Freitag 8. 7. 2016

Samstag 9. 7. 2016

Freitag

Black Elephant Band

Jan Bratenstein ist einfach ne coole Sau. Eigentlich müsste sein Projekt "Black Sau Band" heißen. Na, er hat sich für den Elefanten entschieden. Als sein Alter Ego klampft sich der Fürther, gar nicht trampeltierlike, durch seine eigene, verspulte Anti-Folk-Savanne. Punk im Herz, Schiebermütze auf dem Kopf, Gitarre in der Hand, Songperlen im Kopf. Schnittig kurz ist das meistens, größtenteils ausgesprochen lustig und einfach wunderbar, um unser Festival zu eröffnen. Welcome to Jan and his Elephant!

Mäkkelä

Was für ein Pensum. Martti Mäkkelä ist sicher einer der umtriebigsten und leidenschaftlichsten Musiker aus dem fränkischen Raum. Vielleicht kommt das daher, dass er ja eigentlich auch Finne ist. Und vielleicht ist man dann hier nie so ganz daheim. Also auf, hinaus in die Welt, jahrelang Gigs hier, Gigs dort, mit den verschiedensten Menschen und Musikern. Und 2016 klingt Mäkkelä dann genau nach diesem Europa-Tausendsassa, der alles in sich aufgesogen hat – Düsteres, aber auch Zuversichtliches. Alles sehr zart, filigran, mit Gitarre, Banjo, Klavier, immer noch suchend, aber zufrieden damit. Meistens alleine. An Waldstock: Auch mal mit Band, jippie! Dann wird es sogar ein bisschen folkpunkig, hat er uns versprochen. Wir freuen uns und bieten ihm an Waldstock unsere Wiese als Wohnzimmer und Heimat an. Er soll für uns spielen. Er kann das so gut.

Andi Valandi und Band

Junge, junge, junge. Rotzt sich dieser Andi Valandi einfach aus dem Nichts in unser Leben. Wennste mal irgendwo cornern gehen willst, wünschste dir sicher ‘n Andi Valandi dazu. Der singt dir Lieder, die sind: Dreckig. Genussvoll. Rauschhaft. Schlau. Was der Andi da eigentlich mit seiner Stimme angestellt hat, ist uns währenddessen nicht so ganz klar. Vielleicht 'n leckeres Schleifpapier-Shake gesnackt. Das ist einmalig. Das ist zum Schreien komisch. Mit mehr Tiefgang als du denkst, Alter. Das rockt und bluest. Das passt zu Waldstock – wir bemühen mal wieder den alten Vergleich - wie Arsch auf Eimer.

Doc Horn & The Hornbabes

Neun. Ja, es sind neun Leute. Das sind gefühlt mehr, als bei unseren beiden letzten Präludien zusammen auf der Bühne standen. Ups. Ist uns beim Booking ein bisschen was verrutscht. Aber heyyyy...da kam halt so ‘ne funky 60ies-Rockabilly-Band reingestrahlt und hatte saumäßig Bock auf Waldstock und hat gesagt: „Wir kommen zu neunt und haben zwei fantastische singende Frontfrauen und ne famose Band und wir wollen euch rocken“. Wie viele Instrumente die da oben spielen, dürft ihr dann selbst zählen...tanzt schön in den Samstag, Freundinnen und Freunde!

Samstag

Sound Organic Matter

E=m•g•h. Oder E= Sound Organic Matter. Das E, ihr werdet‘s erraten haben, steht für Energie. Sagt man ja so der einen oder anderen Band nach, diese Energie auf der Bühne. Aber die Alternative-Rock-Planierraupen aus Nürnberg brauchen damit nicht kokettieren. Sie haben‘s einfach. Wir waren mal auf einem Gig von Sound Organic Matter, da hat der Schlagzeuger weniger Schlagzeug gespielt, als viel mehr live das Schlagzeug zerstört. Sowas finden wir ziemlich nice. Das ist Hammer-Livemusik. Und Sound Organic Matter sind ein Hammer-Opener für den Samstag.

The Variety Show

Was cool ist? Wenn man als Band mit Anfang 20 den Blues so beherrscht, dass sogar anerkannte Blues-Muffel aus unserem Booking-Team („Blues? Neee...Ist doch eh immer das Gleiche...“) sagen: „Wow. Also so raffiniert und bunt hab ich den Blues schon lange nicht mehr scheppern hören“. Also her mit der Band! Namentlich: The Variety Show aus Forchheim. Wir lassen uns zu gern von euch eine Definition von Blues 2016 auf den Berg ballern.

The Red Aerostat

Aus der Vogelperspektive gesehen ist Waldstock ein Sammelsurium bunter Farben in einem ansonsten grünen Waldgewurstel. Was The Red Aerostat wohl für einen Song über uns schreiben würden? Ihre Musik klingt nämlich so, als würden sie das gerne machen: aus einer gewissen Distanz Dinge überblicken. Sich dem Betrachteten mit einer bandeigenen Melancholie nähern und dann mit der Musik ganz nahe kommen: Der Liebe. Dem Schmerz. Den Menschen. Dem Tod. Dem Leben. An Waldstock landet der Aerostat glücklicherweise bei uns auf der Bühne und beglückt uns mit dem besten, was die bayerische Melancholy-Folk-Szene zu bieten hat. In Kooperation mit unserem Partner By-On.

White Wine

Es ist eine der existentiellen Fragen der Menschheit: Who Cares What The Laser Says? Ähm...oder nicht? Auf jeden Fall wären wir damit auch schon voll drin in White Wines wunderbare Weirdo-Welt. So heißt nämlich das neue Album der Leipziger. Das, nennen wir es mal, „Indie-Trio“ hat diesen positiven Kunstklatsch an der Waffel, dem man nur zu gerne zuhört und -schaut. Und hey, wann habt ihr das letzte Mal ein Fagott als Rhythmusinstrument in 'ner Rockband benutzt? Hm? Eben. White Wine überschreiten mal eben die Grenze unseres manchmal doch sehr kleinen musikalischen Kosmos' und transzendieren sich wild die Sounds durch die Gegend feuernd in ein anderes Klanguniversum. Eine der aufregendsten deutschen Bands zurzeit.

Indian Askin (Amsterdam, NL)

Die erste Band, die wir für Waldstock 2016 gebucht haben, weil: genial. Also so vollkommen meschugge genial, die vier aus Amsterdam. Verdreckte Harmonieeskapaden. Gewaltige rhythmische Ausbrüche. Schleppender und scheppernder Bass. Wahnwitzige Soli. Sänger und Gitarrenwundermann „Chino“ Ayala schnarrt und schreit, croont, singt und knurrt. Seine bunte Rhythmus-Sektion hat ordentlich Spaß damit, ihm nochmal zusätzlich in den Arsch zu treten. Und neben dem ganzen Live-Vergnügen schreiben die vier „Nu-Punker“ auch noch ganz, ganz, ganz hervorragende Songs. Heidewitzka. Das wird ein Gig.

The Wave Pictures (Wymeswold, GB)

The Wave Pictures spielen dir tröstende Lieder, wenn du mit einem Fuß an der Klippe stehst, nehmen dich in ihre schützenden Arme, wenn du kapitulieren willst, spielen lebensbejahende Musik, ohne jemals anbiedernd oder peinlich zu sein. Mit Schlagzeug, Gitarre und Bass schaffen sie eine Welt aus emotionaler Catchyness, haben trotzdem einen unschlagbaren Humor und sind verdammte Virtuosen auf ihren Instrumenten. Gitarrensoli als Sternenzelte über einer ausgefuchsten Rhythmussektion und dem Storyteller-Gesang von Dave Tattersall. Waldstock wirft sich mit Hingebung in eure Arme!

Yung (Aarhus, DK)

Lasst euch treiben. Lasst euch fallen. Taumelt ineinander, verschmelzt miteinander. Öffnet eure Ohren und eure Herzen. Yung aus Dänemark bauen euch ein Haus: aus Gitarrenwänden, höher als die ältesten Tannen dieses Waldes und dichter als das dichteste Gestrüpp um euch herum. Und die Wände öffnen sich und diese Melodien legen sich um euch, die einfach nur Glück bedeuten. Und die Stimmen schreien voller Emotionen. Ein Sturm. Ein Orkan. Mit der furchterregenden Schönheit von außer Kontrolle geratener Natur. Wir lassen uns in die Sturmflut fallen.

Vita Bergen (Göteborg, SWE)

Sowas von der heiße Scheiß aus Skandinavien. Vielleicht, weil sie eine Epik in ihren Songs haben, die quasi eine komplette HBO-Dramaserie in dreieinhalb Minuten vor dir ausbreitet und du emotional danach ähnlich geplättet bist. Vielleicht, weil sie sich zu sechst auf der Bühne in jeden ihrer Songs so reinschmeißen, dass man ein gutes altes „Music Is My Drug“ in den Sternenhimmel schreien will. Vielleicht, weil hier alles gewagt wird. Vielleicht sind wir glücklich über unseren Headliner. Einmal alle „Vielleichts“ streichen, bitte.

Human Abfall

Zwei Tage und 15 Stunden Live-Musik liegen hinter euch. Steht ihr bequem? Seid ihr zufrieden? Gut. Haltet euch fest. Human Abfall betreten die Waldkanzel. Und putzen uns weg. Mit ihren Noise-Eskapaden. Mit ihrem tödlichen Humor. Mit ihrem besessen starrenden, wilde Weisheiten und beklemmende Fragen deklamierenden Frontmann. Mit ihrer Musik, die auf den Bruchstücken von Punk surft. Die sich in elendigen, dich voll und ganz in Besitz nehmenden Wiederholungen verliert. Die dich zampsychet. Dich süchtig macht. Musikalische Manie. Und bei dieser kaputten Gegenwart werden Human Abfall damit zu einem reflektieren Beobachter. Licht aus.